Stellungnahme des UETD Vorarlberg Vorstandsvorsitzenden Evren Akkuş auf die Aussagen des Klubobmanns der Grünen im Landtag Adi Gross.

Evren Akkuş, Vorstandsvorsitzenden der UETD Vorarlberg hat auf den offenen Brief von Klubobmann der Grünen eine Stellungnahme veröffentlicht. Adi Gross hatte in einem offenen Brief welches am Donnerstag den 22.12.2016 veröffentlicht wurde die UETD und die Mitveranstalter kritisiert und diesen vorgeworfen an den am letzen Sonntag in Bregenz veranstalteten Kundgebung "Aleppo ist nicht allein" für politische Zwecke missbraucht zu haben.

Adi Gross hatte auch in der Vergangenheit mehrmals in Vorarlberg lebende Türken und Muslime mit verschiedenen Begründungen kritisiert. Diese Kritiken wurden seitens der türkischen Community nicht mit Freude empfangen.

Der am Donnerstag veröffentlichte offene Brief von Adi Gross an die UETD und dessen Vorstandsvorsitzenden Evren Akkuş hat für Aufregung in der türkischen Community gesorgt.

 

Sehr geehrter Herr Gross,

mit Bedauern haben wir Ihren offenen Brief gelesen. Allem voran möchten wir klar und deutlich ausdrücken, dass wir Ihre Vorwürfe auf strengste Weise ablehnen.
Des Weiteren müssen wir Sie in gewissen Punkten, in denen Sie angeblich falsch informiert wurden, aufklären:

Erstens, Herr Evren Akkus, ist entgegen der Berichterstattung, nicht der behördliche Hauptverantwortliche dieser Kundgebung. Als Vorstandsvorsitzender der Union Europäisch-Türkischer Demokraten in Vorarlberg ist er ein Mitorganisator dieser Veranstaltung, sowie die restlichen fünf NGO ́s. Obwohl Ihr Brief an Ihn gerichtet ist, haben wir uns entschieden, gemeinsam Stellung zu Ihren Aussagen zu nehmen.
Zweitens, ist es denn kein Widerspruch, dass Sie behaupten, früher gegangen zu sein, aber dennoch vom Gebet, welches der letzte Teil dieser Versammlung war, berichten? Oder haben Sie gedacht bzw. denken immer noch, dass die Koranrezitation und der Salâh-Ruf vor der Pressekundgebung das Gebet seien?

Drittens, der Grund für das getrennte Auftreten zwischen Männern und Frauen war das islamische Totengebet, welches stellvertretend verrichtet wurde. Dies ist ein islamisches Ritual zum Gedenken der Toten, dessen Art der Ausführung unbestreitbar ist. Als selbsternannter Analytiker unserer Arbeit, sollte es Ihnen nicht entgangen sein, dass unsere Demonstrationen bisher stets durchmischt waren.

Es stimmt uns traurig, dass selbst Vertreter der Grünen mittlerweile ohne jegliche Investigation zu Opfern ihrer eigenen Vorurteile werden.

Gefreut und überrascht hat es uns dennoch, dass entgegen unserer Erwartungen, ein Landtagsabgeordneter der Grünen auch ohne spezielle Einladung zu einer derartigen Veranstaltung, in der in Vorarlberg ansässige NGO ́s sich für Menschen in Not einsetzen, erschienen ist und den Willen zur gemeinsamen Solidarität gezeigt hat. Jedoch hat es uns irritiert, dass Sie keinen einzigen Vertreter der Organisatoren, die ja alle vor Ort ersichtlich waren, angesprochen bzw. im Voraus kontaktiert haben, um sich korrekte Informationen zu holen.

Wie Sie überhaupt mit der Anzahl der türkischen Fahnen einen Bezug zum Nationalismus und politischem Missbrauch kommen, ist uns fraglich. Es waren sehr wohl österreichische, syrische, bosnische und palästinensische Fahnen zu sehen. Auch Ihr Bezug zu Begriffen wie „ultrakonservativ“ ist in diesem Zusammenhang unverständlich und von jeglicher Logik entfernt.

Als ein Politiker der Grünen, bringen Sie uns in Bedenken über die Mission Ihrer Partei, welche die Werte der Minderheiten in Österreich vertreten sollte. Haben nun auch Sie Angst vor dem Volk mit Migrationshintergrund? Welcher Agenda folgen Sie inzwischen? Wir hätten von einem Grünen - Abgeordneten wie Sie erhofft, dass er verschiedene Kulturen und Religionen zumindest versucht zu verstehen.

Haben Sie sich auch Gedanken darüber gemacht, ob Sie nicht selber mit xenophoben Anschuldigungen und Vorwürfen den humanitären Zweck dieser Versammlung missbrauchen und die Solidarität in Vorarlberg gefährden?

Mit Bedauern stellen wir schon seit längerer Zeit fest, dass sich nun die Grünen nicht zum ersten Mal mit Ihnen gewisser Schubladen bedienen. Dies zeugt nicht von Aufrichtigkeit und stellt im Gegenteil zu Ihren Behauptungen selbst die Instrumentalisierung dieses traurigen Anlasses für populistische Politik dar. Denn der Tenor der antimuslimischen und antitürkischen Grünenpolitik scheint nun mit Ihnen auch in Vorarlberg Resonanz zu finden.

Besonders opportunistisch und pietätslos finden wir die Tatsache, dass Sie eine Trauerdemo, veranstaltet von betroffenen Menschen, die Solidarität durch ihre Spenden, Gebete und Tränen für die Opfer in Aleppo dargelegt haben, wiedermals für Türkei- und Islambashing benutzen. Wenn Sie sich schon so sehr für Aleppo einsetzen, dann wissen Sie sicherlich auch Bescheid, wie viele Geldspenden, und zwar mehrere Zehntausende Euro, gesammelt von einigen dieser von Ihnen beleidigten Vereine, an die Bedürftigen Mitmenschen gesendet wurde bzw. immer noch wird. Anstatt Leute zu kritisieren, die sich gutmütig für das Wohlergehen der Menschen in Aleppo einsetzen, sollten Sie aktiv diese unterstützen.

Als Klubobmann der Grünen im Vorarlberger Landtag, die Ihrer Aussagen nach, sich solidarisch zu dem türkisch-stämmigen Volk zeigt, bestätigen Sie mit Ihrem Brief und Ihren allgemeinen Leistungen leider nicht diese Aussage.

Wir, die veranstaltenden NGO ́s dieser Kundgebung, werden immer wieder mit Fragen, sowohl seitens unserer Mitglieder, als auch seitens von unschuldigen kleinen syrischen Kindern, die ja auch am Sonntag mit Tränen vor Ort Stellung genommen haben, konfrontiert, wieso sich keine österreichischen Parteien und Politiker für ihre Werte einsetzen und sie immer wieder mit feindlichen Aussagen beängstigen.

Gerne sind wir bereit, in Zukunft eine Kooperation mit lokalen NGO`s bezüglich den Demonstrationen einzugehen. Wir freuen uns über jegliche Unterstützung und humanitären Einsätzen von aktiven BürgerInnen. Als eine im Landtag vertretene und Parteiförderung erhaltende Partei, sollte es für Sie selbstverständlich sein, den ersten Schritt nicht von freiwillig organisierten Vereinen zu erwarten. Wieso haben Sie diesen bisher nie gewagt? Wir wissen ganz genau, mit wem Sie bereit sind zu kooperieren und wem nicht.

Anstatt mit einem offenen Brief, den Sie ja auch allen politisch aktiven Organisationen und auch an die Medien geschickt haben und womöglich für eine Hetze in der Gesellschaft gesorgt haben, könnten Sie es vielleicht auf einer gutmütigeren Art und Weise versuchen, in dem Sie persönlichen Kontakt mit unseren Vorständen aufnehmen; so wie Sie es bei bestimmten Vereinen machen.

Wie schon oben erwähnt, sehen wir Ihre Vorwürfe als ein Instrumentalisierungsversuch unserer Versammlung für Ihre politischen Zwecke. Daher ist dies die erste und letzte Stellungnahme zu Ihrem Brief.

Mit freundlichen Grüßen

Evren Akkus

AIF – Österreichische Islamische Föderation

ATF – Türkische Föderation in Österreich

ATIB -Türkisch Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich

BMZ Vorarlberg - Bosniakisch-Muslimische Gemeinschaft
Syrische Community

UETD - Union Europäisch-Türkischer Demokraten

 

 

 

 

 

Copyright ©  www.havadis.at. Tüm Hakları Saklıdır. Havadis.at yayımladığı haber, fotoğraf ve görüntü ile internet ve wap için oluşturduğu her türlü bilgi, havadis.at yönetiminin izini olmadan hiçbir şekilde kullanılamaz.

© www.havadis.at — Tüm Hakları Saklıdır.Havadis.at sitesinde yayımlanan haber, fotoğraf, video ve internet ortamında üretilen diğer tüm içerikler, Havadis Haber yönetiminin yazılı izni olmadan hiçbir şekilde kopyalanamaz, çoğaltılamaz, yayımlanamaz veya herhangi bir mecrada kullanılamaz.