Im Berichtsmonat wurden in Österreich vier Erdbeben von der Bevölkerung wahrgenommen – zwei in Vorarlberg und zwei im Süden Österreichs, mit Epizentren in Slowenien und Italien. Am stärksten wurde das Beben der Magnitude 3,9 verspürt, das sich nördlich des Klostertals ereignete.
Am 8. Jänner um 09:18 Uhr MEZ ereignete sich in Vorarlberg im Bereich der Bielerhöhe an der Silvretta-Hochalpenstraße (Epizentrum: 46,89°N; 10,11°O) ein Erdbeben der Magnitude 2,8. Es wurde im Montafon vereinzelt mit einer Intensität von maximal 3-4 Grad auf der 12-stufigen Europäischen Makroseismischen Skala (EMS-98) wahrgenommen.
Dutzende Meldungen langten beim Erdbebendienst der ZAMG aus Kärnten ein, in denen über deutlich fühlbare Erschütterungen am 17. Jänner um 11:22 Uhr berichtet wurden. Es handelte sich um Ausläufer eines Erdbebens bei Bovec in Slowenien (46,31°N, 13,59°O), das eine Magnitude von 4,1 aufwies. In Kärnten betrug die maximale Intensität 3-4 Grad auf der EMS-98.
Ein kräftiges Erdbeben der Magnitude 3,9 erschütterte am 17. Jänner um 20:07 Uhr Vorarlberg. Das Epizentrum lag nördlich von Wald am Arlberg (47,15°N, 10,03°O), im Bereich rund um das Lechquellengebirge wie in Bludenz und im Klostertal waren die Erdstöße stark fühlbar: es wurde von umgefallenen Gegenständen berichtet, und teilweise traten auch leichte Gebäudeschäden wie Haarrisse im Verputz auf. Einige Personen empfanden die Vibrationen als beängstigend und flüchteten ins Freie. Die Intensität im Epizentrum wurde zu 5 Grad auf der EMS-98 bestimmt. Das Beben wurde auch in Tirol, in der Schweiz und in Deutschland wahrgenommen. Es ereigneten sich knapp 25 lokalisierbare Nachbeben, die jedoch nicht von der Bevölkerung verspürt wurden.
Der nach der Erdbebenkatastrophe des Jahres 1976 bekannte Bebenherd Tolmezzo in Friaul in Norditalien wurde am 19. Jänner um 18:39 Uhr von einem Erdbeben der Magnitude 4,1 erschüttert. Das Epizentrum (46,42°N; 13,04°O) lag etwa 20 km von der Österreichischen Grenze entfernt. In Kärnten und in Osttirol konnten die deutlich fühlbaren Erschütterungen mit einer maximalen Intensität von 4 Grad EMS-98 wahrgenommen werden.
Intensitätsskala ( EMS-98 )
Auszug aus der 12-stufigen Europäischen Makroseismischen Skala 1998, basierend auf Mercalli-Sieberg
3 Grad
Schwach fühlbar: Von wenigen Personen in Gebäuden wahrgenommen. Ruhende Personen empfinden ein leichtes Schaukeln oder Rütteln.
4 Grad
Deutlich fühlbar: In Gebäuden von vielen Personen und im Freien vereinzelt wahrgenommen. Einige Schlafende erwachen. Geschirr und Fenster klirren, Türen rütteln.
5 Grad
Stark fühlbar: In Gebäuden von den meisten Personen, im Freien von einigen wahrgenommen. Viele Schlafende erwachen. Einige Personen erschrecken. Gebäude werden insgesamt erschüttert. Hängende Gegenstände pendeln stark. Kleine Objekte werden verschoben. Türen und Fenster schlagen auf und zu.
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