Das Europäische Parlament hat für eine Überprüfung der Sommerzeit gestimmt, mit dem Ziel, sie abzuschaffen: Die EU-Kommission soll die Vor- und Nachteile genau unter die Lupe nehmen und dann die Regel möglicherweise abschaffen. Bei der Abstimmung sprachen sich 384 Abgeordnete dafür aus, nur 153 waren dagegen. Eine etwas härtere Formulierung fand keine Mehrheit, auch sie hätte allerdings die Sommerzeit nicht direkt abgeschafft.

Die Zeitumstellung hat schon seit Jahren einige Gegner. Ursprünglich war sie eingeführt worden, um Energie zu sparen. Erste Gedanken dieser Art gab es schon im 18. Jahrhundert, danach wurden Sommerzeiten immer wieder eingeführt und abgeschafft.

Vor- und Nachteile der Sommerzeit


Die Hoffnungen, durch längere Helligkeit und den entsprechenden Verzicht auf Kunstlicht Energie einzusparen, hat sich vielen Analysen zufolge allerdings nicht bewahrheitet. Gleichzeitig betonen Kritiker, dass die Zeitumstellung den Biorhythmus von Mensch und Tier durcheinanderbringe, sie verursache zusätzliche Unfälle und Todesfälle: Herzinfarkte sollen häufiger auftreten. Tiere stellten sich nur langsam auf die veränderten Zeiten des Berufsverkehrs ein, in den Tagen nach der Zeitumstellung geschähen messbar mehr Wild-Unfälle – doch die Studien widersprechen einander.

Befürworter der Sommerzeit betonen dagegen, dass sie den Menschen im Sommer zu mehr Sonnenlicht verhilft. Auch das könne Unfälle verhindern, zudem wirkt Sonnenlicht gegen Depressionen. Außerdem erleichtere es den Menschen den Sport am Abend.

Umfragen kommen gelegentlich zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Zeitumstellung ablehnt. Allerdings würde die Mehrheit lieber ganzjährig bei der Sommerzeit bleiben als bei der Winterzeit. Spanien allerdings liegt geografisch schon in einer anderen Zeitzone, rechnet aber nach mitteleuropäischer Zeit. Darum geht die Sonne dort ohnehin schon später auf und unter als im Mitteleuropa.